Taktische Medizin bei unserer Bereitschaft

Taktische Einsatzlagen sind längst keine Ausnahme mehr. Auch in Burgdorf müssen wir damit rechnen, dass Einsatzkräfte in Situationen arbeiten, in denen Bedrohung, Massenanfall von Verletzten und extreme Anspannung zusammenkommen. Genau darum ging es bei unserem Dienstabend der DRK-Bereitschaft Burgdorf zum Thema notfallmedizinisches Handeln in Bedrohungslagen.

Dozent war Björn Liebelt, Notfallsanitäter beim DRK Burgdorf, ausgebildet in TCCC (Tactical Combat Casualty Care). Dieses Konzept stammt aus dem militärischen Bereich und wird für den zivilen Rettungsdienst sinngemäß als TECC (Tactical Emergency Casualty Care) übertragen. Der Grundgedanke: In Bedrohungslagen gelten andere Regeln. Medizin beginnt erst dort, wo der Einsatzraum es zulässt.

Das zentrale Lernergebnis war klar: Eigensicherung geht vor Patientenversorgung. Ein Retter, der selbst verletzt wird, hilft niemandem. Hinzu kommt das Risiko von gezielten Folgenanschlägen, sogenannten „Second Hits“, bei denen Einsatzkräfte selbst zum Ziel werden. Deshalb sind das richtige Vorgehen und die Abstimmung zwischen Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst entscheidend.

Praktisch trainiert haben wir, was in den ersten Minuten den größten Unterschied macht: Tourniquet, Wundenpacken, Druckverband, Hämostyptika wie Celox Rapid sowie Chest Seal und Israeli Bandage. Alle diese Maßnahmen sind schnell, einfach zu erlernen und sparen kostbare Zeit bis zur weiterführenden klinischen Versorgung.

Größere Einsatzlagen können überall entstehen – bei Großveranstaltungen, Massenverkehrsunfällen oder unerwarteten Bedrohungslagen. Vorbereitung ist deshalb nicht Alarmismus, sondern Teil unseres Auftrags, handlungsfähig zu sein, wenn es darauf ankommt.

Wer unsere Arbeit unterstützen möchte, in Ausbildung, Einsatz oder Organisation, ist herzlich willkommen. Kontaktiert uns gerne über unsere Website oder kommt zu einem unserer Dienstabende!