Übung für den Ernstfall: Menschenrettung in schwierigem Gelände

Kleinburgwedel/Burgdorf – Was nach einem dramatischen Notfalleinsatz klingt, war in Wahrheit eine durchdacht geplante Großübung: Die Bereitschaften aus Burgdorf, Lehrte und Wedemark/Burgwedel/Isernhagen haben am zweiten Septemberwochenende gemeinsam ein umfangreiches Übungsszenario durchgespielt, mit allem, was dazugehört: Sanitätsdienst, Katastrophenschutz, realitätsnahe Lagebilder und sogar technische Rettung.


Freitag: Ankunft, Aufbau und Evakuierungsübung

Den Auftakt bildete die Anreise in Kolonne nach Lehrte mit anschließendem Aufbau einer Notunterkunft für 30 Personen. Dazu gehörten nicht nur Zelte, Feldbetten und Stromversorgung, sondern auch Registrierung, Sichtung und Verpflegungsausgabe – eine realitätsnahe Übungssituation, wie sie auch bei Großschadenslagen vorkommt.

Am Abend wechselten die Rollen: Die Einsatzkräfte wurden selbst zu „Evakuierten“ und durchliefen das System aus Anlaufstelle, Hygienepaket, Schlafplatz und Essensausgabe – ein Perspektivwechsel, der für viel Gesprächsstoff sorgte.


Samstag: Rettungsübungen im Gelände

Der Samstag stand ganz im Zeichen der praktischen Ausbildung: In der Feldmark bei Kleinburgwedel warteten anspruchsvolle Szenarien auf die Teams. In einer Übung stürzten zwei Motocrossfahrer einen 15 Meter tiefen Abhang hinunter – eine Person war nicht mehr ansprechbar, die andere hatte eine Knöchelverletzung.

Die Aufgabe: Lage erfassen, sichern, Versorgung einleiten und technisch retten. Mit Seilsicherung und Notfallrucksack stieg ein Sanitäter zur verletzten Person hinab, während die zweite Person gleichzeitig versorgt und vorbereitet wurde. Auch das Zusammenwirken mehrerer Trupps und die Kommunikation über Funk wurden dabei gezielt trainiert.

In einem zweiten Szenario mussten mehrere verletzte Personen im unwegsamen Waldstück lokalisiert, medizinisch versorgt und zum Sammelplatz gebracht werden – auch das war für viele eine neue Herausforderung.

DRK-Zugführer Matthias Reich lobte die Zusammenarbeit:

„Ihr habt alles gut erklärt, was ihr tut. Ihr wart nicht hektisch, sondern sicher und zügig.“

Auch Heiko Wöhler, stellvertretender Regionsbereitschaftsleiter und Abschnittsleiter Nord-Ost, betonte:

„Wir wollten unsere Leute gezielt in der Rettung von Menschen trainieren – das übernimmt sonst meist die Feuerwehr. Doch auch wir müssen in der Lage sein, solche Aufgaben zu meistern.“


Sonntag: Abbau und Rückfahrt

Am Sonntagmorgen wurde das Lager strukturiert zurückgebaut und das Material verlastet. Nach einem kurzen Abschlussgespräch traten alle Helfenden die Rückfahrt an – erschöpft, aber zufrieden.


Gemeinschaft und Ausbildung in einem

Neben dem fachlichen Teil kam auch das Miteinander nicht zu kurz: Am Samstagabend wurde gemeinsam gegessen, gelacht und eine kleine Spaßrallye veranstaltet, bei der Teamwork, Kreativität und Humor gefragt waren.

Das Übungswochenende war Teil einer jährlich durchgeführten Katastrophenschutzübung, bei der die Zusammenarbeit zwischen den Bereitschaften vertieft und praxisnah trainiert wird, mit Erfolg.